AGENDA

 fem! startet in die zweite Runde

 

Und zwar am 24. November 2018. Es werden sechs Themen bearbeitet, die sowohl feministische Theorien, aktuelle politische Fragen wie auch individuelle Anliegen der Teilnehmerinnen berücksichtigen. Einzige Voraussetzung: Das persönliche Interesse an feministischen Denk- und Lebenssichten sowie Freude und Neugierde auf neue Erfahrungen. Die Inhalte, Termine und Konditionen Anmeldeformular findet ihr hier.

 

Vollversammlung 2018

 

Unsere diesjährig Vollversammlung steht schon bald wieder vor der Tür. Aus aktuellem politischem Anlass, der anstehenden Umsetzung der Istanbul-Konvention in der Schweiz, zeigen wir im zweiten und öffentlichen Teil unserer Vollversammlung den Dokumentarfilm MARTAS KOFFER von Günter Schwaiger. Der Regisseur beweist mit seiner Arbeit viel Feingefühl, welches nötig ist, um sich dem Thema häusliche Gewalt ohne voyeuristischen Blick zu nähern: «Man geht davon aus, dass Gewalt im Affekt oder unter Einfluss von Alkohol passiert. Wenn man aber in die Tiefe geht, findet man heraus, dass Gewalt auf Herrschaftsstrategien beruht.»

 

Wann: 2. Juni um 16:00 Uhr (für Mitglieder und alle, die es gleich werden wollen)

Für alle anderen: Der öffentliche Teil mit der Filmvorführung von MARTAS KOFFER und anschliessender offener Diskussino beginnt um 17:15 Uhr.

Wo: Kino der Reitschule in Bern
Eintritt: frei
Anmeldung: info@femwiss.ch

 

Mehr zu Thema und Film

MARTAS KOFFER beschreibt anhand von Beispielen sowohl das Leiden und den Kampf der Misshandelten als auch den Blickpunkt derer, die gegen Gewalt arbeiten. Der Film ist in Spanien und Österreich entstanden. Die beiden Länder, in denen der Regisseur lebt, dienen hier als Beispiel der Universalität des Problems. «In beiden Ländern ist die Situation relativ ähnlich. Durch die Gesetze und den Opferschutz lebt man in der Annahme, dass das Thema bereits erledigt und im Griff ist. Dem ist nicht so.», sagt Regisseur Schwaiger. Marta überlebte vor Jahren einen Mordanschlag ihres Ex-Mannes nur knapp. Jetzt ist der Täter wieder auf freiem Fuss und sie ist sich sicher, dass er es wieder versuchen wird. In ihrer Wohnung, wo sie sich versteckt hält, werden wir Zeug*innen ihres alltäglichen Kampfes, das Trauma und die Angst zu überwinden. «Martas Fall ist spektakulär und zum anderen ein gutes Beispiel für die Missstände, mit denen Frauen* als Opfer von Gewalterfahrungen konfrontiert sind.», so Schwaiger.
Aber auch die «andere Seite» solcher Geschichten finden Eingang in den Film. Harald, ein Therapeut der Männerberatungsstelle «MännerWelten» hilft Männern die Gewalt gegen Frauen* hinter sich zu lassen und analysiert ihre möglichen Ursachen. Die Aussagen eines dieser Männer führen uns in die Tiefen ihrer Gewalt.

 

  

Dass hinter individuellen Gewalterfahrungen eine gesellschaftliche Struktur steht, die nach wie vor – egal wie fortschrittlich sie sich mit ihren Gleichstellungs- und Antigewaltgesetzen präsentiert – Hierarchien und damit Gewalt aufrecht erhält, ist immer noch nicht in die Wahrnehmung einer breiten Öffentlichkeit durchgedrungen. «Diesen Widerspruch wollen weder Politik, Institutionen noch die normalen Leute wahrhaben.», so Schwaiger. Und weiter: «Wenn wir von wirklicher Veränderung in der Gesellschaft sprechen, dann geht es um andere Machtverhältnisse. Dazu muss etwas Grundlegendes verändert werden.»

Im Rahmen der Istanbul-Konvention – dem Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen* und häuslicher Gewalt – hat sich auch die Schweiz verpflichtet, umfassende Massnahmen gegen geschlechtsspezifische und häusliche Gewalt und für die Gleichstellung der Geschlechter zu ergreifen. Die Konvention ist rechtsverbindlich und die Länder müssen regelmässig Rechenschaft zur Umsetzung ablegen. Diese Überprüfung, das sogenannte Monitoring, erfolgt durch GREVIO, einem Gremium aus 10–15 unabhängigen Expert*innen und dem Komitee der Vertragsstaaten. GREVIO fordert die NGOs auf, vernetzt und gemeinsam zu agieren. Auch in der Schweiz wird aktuell ein zivilgesellschaftliches Netzwerk zur Istanbul-Konvention aufgebaut. Interessierte Organisationen und Stellen können sich bei Simone Eggler, Projektleiterin von TERRE DES FEMMES Schweiz melden – auch FemWiss ist Teil dieses Netzwerks.

 

Hier kann in Erfahrung gebracht werden, worum es in der Konvention genau geht und wie die Umsetzung in der Schweiz aussehen soll: www.istanbulkonvention.ch.

 

 

Frauen* für Wikipedia

Auch im Jahr 2017 organisieren wir zusammen mit Wikimedia Workshops für aktive und angehende Wikipedia-Autor*innen. Denn es ist nicht egal, wer unsere Geschichte schreibt. Als Autor*innen tragt ihr zur Vielfalt der Inhalte bei, indem ihr euch beim Schreiben oder Editieren von Artikeln den Themenbereichen widmet, die vom durchschnittlichen Wikipedia-Autor gerne vernachlässigt werden: Frauen* und Feminismus.

 

Wir freuen uns darauf, gemeinsam aktiv zu werden, zu lernen und Wissen zu teilen. Schreibt euch die nächsten Termine schon mal in die Agenda:

 

19. September 2017

18. Oktober 2017

16. November 2017

 

Jeweils 18:30 – 21:00 Uhr im Impact Hub Colab, Raum C3 im 1. Stock, Sihlquai 131, 8005 Zürich

 

Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung bitte direkt an die Workshop-Leiterin Muriel Staub: bildung_wissenschaft@femwiss.ch