Verein Feministische Wissenschaft Schweiz
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2006

Paradoxien in den Geschlechterverhältnissen?

2006 werden in der Schweiz zwei historische Daten gefeiert: 25 Jahren Rechtsgleichheit von Mann und Frau sowie 10 Jahre Gleichstellungsgesetz. Anlass genug, um die pollitischen, sozialen und beruflichen Realitäten von Frauen und Männern genauer zu betrachten: Wie sieht ihre Situation in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft aus? Was wurde in Sachen Gleichstellung tatsächlich erreicht? Ist Geschlecht immer noch ein zentrales Strukturierungsprinzip der gesellschaftlichen Ordnung?

Auf diese Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Die Frauen- und Geschlechterforschung macht auf Veränderungen und Beharrungstendenzen in den Geschlechterverhältnissen aufmerksam - etwa die steigende Frauenerwerbsquote versus die bleibende geschlechtsspezifische Segregation des Arbeitsmarktes. Dabei ist bislang unklar geblieben, ob es sich um vorübergehende Ungleichzeitigkeiten handelt oder ob wir es mit widersprüchlichen und/oder paradoxen gesellschaftlichen Entwicklungen zu tun haben.

Der  Verein Feministische Wissenschaft Schweiz organisierte in Zusammenarbeit mit dem Komitee Geschlechterforschung der Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie die internationale Tagung unter dem Titel "Paradoxien in den Geschlechterverhältnissen?" an der Universität Bern.

Neben zwei Hauptreferaten, Prof. Dr. Gudrun-Axeli Knapp, Universität Hannover: "Intersectionality" - Feministische Perspektiven auf Ungleichheit und Differenz im gesellschaftlichen Transformationsprozess (Bild) und Prof. Françoise Thébaud, Université d'Avignon: "Les Féminismes et leur paradoxes - regards d'une historienne du XX siècle", standen acht Workshop zur Auswahl. Es nahmen rund 150 Frauen aus der Schweiz und dem angerenzenden Ausland an der Tagung teil.

Paradoxien - Programm PDF (155 Kb)

2002

Hochschulreform  Macht  Geschlecht

Der Beurteilung der Reformprozesse an Hochschulen aus feministischer Perspektive nahm sich der Verein Feministische Wissenschaft Schweiz in Zusammenarbeit mit der Abteilung für die Gleichstellung von Frauen und Männern der Universität Bern, dem interdisziplinären Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Bern und der Gleichstellungskommission des Verbandes der Schweizer StudentInnenschaften am 24. Mai 2002 an.

Nach einer Einführung in die Problematik und Zielsetzung der Tagung von Christine Michel, Vorstandsmitglied des Vereins Feministische Wissenschaft Schweiz folgten drei Referate:

Dr. Christine Fäber, Competence Consulting Postdam, ehem. Frauenbeauftragte der Humbolt-Universität Berlin sprach zum Thema «Chancengleichheit und die Hochschulreform in Deutschland: Neue Karrieren und neue Barrieren für Wissenschaftlerinnen.»

Prof. Dr. Gabriele Griffin, Professor of Gender Studies, University of Hull, United Kingdom referierte über «Kissing the Frog: The Impact of Higher Education Reforms in the UK on Women’s Studies and on Women Students.»

Dr. Danielle Müller-Kipfer, persönliche Mitarbeiterin des Staatssekretärs für Wissenschaft und Forschung Bern, erläuterte das Thema «Aktuelle Hochschulreformprozesse in der Schweiz: Bedeutung und Auswirkungen auf Frauenförderung und Gender Studies.»

Am Nachmittag wurden vier parallele Foren mit Inputreferaten und Diskussion von Thesen und Forderungen angeboten.

Forum A: Organisation, Struktur und Kultur von Hochschulen
Forum B: Reform von Lehre und Ausbildung: Was haben Studentinnen davon?br> Forum C: Forschungs- und Nachwuchsförderung
Forum D: Quel role pour les etudes femmes et genre dans les reformes du systeme universitaire?

Anschliessend an die Tagung fand die Generalversammlung statt, an der folgende Resolution verabschiedet wurde:

Stellungnahme des Vereins Feministische Wissenschaft Schweiz
«Hochschulreform-Macht-Geschlecht»
Aktuelle Reformprozesse an Hochschulen aus feministischer Sicht

Die gleichnamige Publikation mit Beiträgen der Tagung erschien in der Schriftenreihe des Bundesamt für Bildung und Wissenschaft (BBW) 2003/2d, Bern.

 
 

«FemWiss ist ... ein unentbehrliches Netzwerk» 

 

Dr. Ursula Renold,

Historikerin, Direktorin des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie